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Die Freiwillige Feuerwehr Münsterhausen hat eine starke Jugendfeuerwehr. Was die jungen Leute an dem Dienst für die Allgemeinheit fasziniert und warum Jugendwerbung und die Nachwuchsarbeit so wichtig sind.

An diesem Tag ist bei der Jugendfeuerwehr Münsterhausen Action angesagt. Auf dem Parkplatz neben dem Feuerwehrgerätehaus in der Jahnstraße liegt schon einmal ein Heuhaufen bereit, den es später zu löschen gilt. Etwas Authentisches und etwas Anderes als graue Theorie oder das Auffrischen der Knoten und Stiche oder Fahrzeugkunde. Egal, auch das gehört dazu. Man sollte schon wissen, wo sich die einzelnen Gerätschaften in den Fahrzeugen befinden.

Neben der Freude am Helfen ist das Miteinander im Verein sehr wichtig.

14 Jugendliche hat die Jugendgruppe der Münsterhauser Wehr, alle im Alter zwischen zwölf bis 17 Jahren. Etwa 15 Übungen sind im Jahr. „Bei der ersten wird immer neu eingekleidet“, erzählt Jugendwart Alexander „Alex“ Keisinger (23) lachend. Die Jungs und Mädels wachsen regelmäßig aus ihren Schutzanzügen heraus. Wie seine Stellvertreterin Katherina „Kathi“ Denk (20) auch, war er selbst schon bei der Jugendfeuerwehr. Man kennt sich von früher und auch die Interessen sind noch ähnlich. Warum geht man eigentlich zur Jugendfeuerwehr? Das „Helfen“ mag sicherlich auch ein Thema sein, vielmehr ist es aber das Miteinander. „Weil die Freunde auch mit dabei sind“, sagt Lukas (17) und Fabian (16) fügt hinzu: „Das Beisammensein ist schon was schönes.“ Und dass sie nicht regelmäßig an den Übungen teilnehmen, darüber können sich Alex und Kathi nicht beklagen. „Wir schauen schon, dass wir immer da sind“, betont Max (17). Nicht nur die Übungen zählen, sondern auch die gemeinsamen Aktivitäten, wie Ausflüge, Schlittschuhlaufen im Winter oder Wettbewerbe wie das „Schlauchwettkuppeln“ mit den Jugendlichen der Nachbarwehren. Und wenn man einmal Geld zum Eis essen braucht, dann sagt der Verein auch nicht nein. Das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr in Niederraunau gehört ebenfalls mit dazu. Das findet zwar nur alle zwei Jahre statt, dazwischen macht man eben sein eigenes – man kann ja nicht einfach aussetzen. Weiter findet jedes Jahr eine Jugendgroßübung zusammen mit den Jugendlichen aus Burtenbach, Hagenried, Schönenberg und Kemnat statt.

Wie funktioniert das dann mit der Konkurrenz durch andere Vereine? Davon gibt es in Münsterhausen nämlich eine ganze Menge. Bei den Schützen und bei der Musikvereinigung sei das kein Problem, meint Kathi. Die treffen sich an anderen Tagen. Manche der Jugendlichen seien auch Mitglied in anderen Vereinen. Schwierig werde es dagegen bei den Fußballern. Die trainieren ebenfalls am Dienstag und zu denen könne man schon früher gehen, nicht erst mit zwölf. Doch zurück zur Übung an diesem Dienstag. Der zunächst „trockene Aufbau“ funktioniert – fast – einwandfrei. Jeder hat seinen Platz, ob als Angriffs-, Wasser- oder Schlauchtrupp oder als Maschinist. „Nur a bissle schneller hätt’ mer sein können“, kritisiert sich die Truppe selbst. Und die Sache mit den zwei falschen Strahlrohren ist auch nicht so tragisch. Mit der Zeit geht ein solcher Aufbau sowieso in Fleisch und Blut über. Und dass der Lüfter – um einen möglichen Funkenflug zu verhindern – nicht gleich ansprang, lag eben an dem noch geschlossenen Benzinhahn.

Ohne Jugendwerbung geht gar nichts

Umso reibungsloser läuft es beim zweiten Aufbau ab, bei dem das Wasser dann vom Hydranten über die Pumpe im Fahrzeug und zum Verteiler fließt. Mit drei Strahlrohren ist der brennende Heuhaufen nach kurzer Zeit gelöscht.

Vor Kurzem sind die „Jungen“ zusammen mit den „Alten“ zur Inspektion mit angetreten. Es gebe nichts zu kritisieren, habe Kreisbrandinspektor Wolfgang Härtl gesagt. Worte des Lobes, die natürlich anspornen. Auch wenn die Münsterhauser Jugendfeuerwehr sehr gut aufgestellt ist: „Ohne Jugendwerbung geht gar nichts“, bemerkt Vorsitzender Wolfgang Seitel. Im vergangenen Jahr wurden drei aus der Jugendgruppe in die aktive Mannschaft aufgenommen. Darum muss auch hier immer wieder für Nachwuchs gesorgt werden. Jedes Jahr werden alle Jugendlichen ab zwölf angeschrieben und zu einem Informationstag eingeladen. Am Freitag, 2. Juni findet um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus wieder ein solcher statt. Gezeigt wird eine Präsentation, Gerätehaus und Fahrzeuge können besichtigt werden, es wird ein Aufbau vorgeführt und natürlich darf auch „gespritzt“ werden.

Und am Ende wird gegrillt. „Wenn letztendlich nur fünf zur Jungendfeuerwehr kommen, ist es gut“, bemerkt Seitel. Immerhin: Bei den Dienstversammlungen, mache die Jugend fast die Hälfte der Teilnehmer aus. Und was die Übung am Dienstag betrifft: „Gut waren sie“, lobt Kommandant Thomas Miller. „Die sind eine gute Truppe, die können’s scho.“ Und das trifft mit Sicherheit nicht nur auf Münsterhausen zu.

Quelle: Mittelschwaebische Nachrichten